Das Corona-Virus hat unseren Alltag völlig auf den Kopf gestellt. Was gestern noch als sicher galt, ist heute schon wieder unsicher oder komplett überholt. Wenn ich vor März diesen Jahres jemandem gesagt hätte, dass dir der Staat verbietet dich mit deiner Familie zu Weihnachten zu treffen, hätte er oder sie mich für verrückt erklärt. Wenn du diese Zeilen jetzt liest, ist es sehr wahrscheinlich, dass du sie mit einem Kopfnicken gelesen hast. Denn aufgrund der rasant ansteigenden Corona-Zahlen in der sogenannten Zweiten Welle wird ein zweiter, zumindest örtlich- und zeitlich begrenzter Lockdown immer wahrscheinlicher.

So etwas nagt an einem. Ich selbst fühle mich bei dem Gedanken recht unwohl nicht zu meiner Familie nach Süddeutschland fahren und mit ihnen Weihnachten feiern zu können. Meiner Mutter ihre Enkeltochter ein weiteres Mal vorenthalten zu müssen, nach Ostern. Sie sieht sie sowieso nicht so häufig, weil zirka 900 Kilometer zwischen ihr und uns liegen.

Das ist aber nur ein Beispiel im privaten Bereich. Im Moment ist es so, dass alles aus den Fugen geraten ist und die Zukunft rein gar nicht mehr einschätzbar ist. Zum Beispiel weiß ich nicht, wie lange ich unter diesen Umständen noch normales Training anbieten darf oder wann ich wieder in den Online-Modus switchen muss, damit meine Kunden ihr Karatetraining bekommen können.

Jeder von uns hat diese Probleme, die mit dem Corona Virus und der damit verbundenen Politik aufgetreten sind und Sicherheit gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen. Diese Sicherheit kam Jahrelang von außen. Jetzt nicht mehr. Umso wichtiger ist es mit seinen Gedanken und seinem gesamten Sein im Hier und Jetzt zu sein. Du musst dir selbst die Sicherheit geben, dass das Jetzt in Ordnung ist wie es ist. Denn die Vergangenheit ist vergangen und die Zukunft kann man bei einer globalen Pandemie wirklich nicht beeinflussen. Aber du kannst dafür sorgen, dass es dir und deinen Lieben jetzt gut geht.

Etwas das schon Buddha und der Dalai Lama wusste. Letzterer hat das wiefolgt ausgedrückt: „Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist Gestern, der andere Morgen. Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist.“

Wenn wir überhaupt nicht wissen was morgen ist und wie morgen sein wird ist es umso wichtiger die jetzige Zeit zu nutzen.

Ich teile mit dir 5 Meditationstechniken, die du nutzen kannst, um nicht in die Gedankenspirale zu kommen, die nur für schlechte Laune und Angst sorgt, sonst aber nichts ändert. Es kommt was kommt, Angst und Sorgen ändern das nicht.

Hier sind meine Meditationstechniken. Ich freue mich, wenn du sie bei dir selbst anwendest und mir gerne Feedback gibst, ob und wie sie bei dir gewirkt haben.

  1. Bewusstes Atmen

Das ist die einfachste Meditationstechnik und gleichzeitig die nützlichste. Warum? Weil du sowieso immer atmest. Du kannst diese Technik praktisch überall üben, ob in der U-Bahn, in der Schule, auf Arbeit oder zu Hause.

Bei der Technik des bewussten Atmens ist es wichtig, dass du dich selbst nicht unter Druck setzt und das Einatmen erzwingst. Das kann sonst den gegenteiligen Effekt haben. Atme einfach ganz entspannt ein und wieder aus und lasse den Rest ganz von selbst passieren. Das Wichtige ist, dass du dir bewusst machst, dass du gerade atmest und den Atemfluss genießt.

  1. Konzentration

Konzentration ist eine große Quelle der Glückseligkeit. Die Technik der Konzentration klingt schwieriger als sie ist. „Konzentration“ bedeutet lediglich, dass du dich auf eine bestimmte Sache, Person oder Situation fokussierst, egal ob auf deinen Atem, eine Blume, ein Körperteil oder irgendwas anderes. So lange du dich darauf fokussierst schulst du deine Achtsamkeit.

  1. Fühle deinen Körper

Bei dieser Technik gehst du von oben nach unten durch deinen Körper und richtest deine Aufmerksamkeit auf jedes der Körperteile. Durch dieses bewusste Fühlen des Körpers, wird eine Einheit von Körper und Geist hergestellt, die wir in unserem hektischen Alltag selten bis gar nicht erreichen können. Die Gedanken sind immer woanders.

  1. Lasse deine Spannung raus

Bei dieser Übung geht es darum, bewusst Spannung aus dem Körper zu lassen. Sobald du durch Übung 3 in der Lage bist, jedes Körperteil bewusst wahrzunehmen, bemerkst du die vielen unterbewussten Anspannungen, die in deinem ganzen Körper verstreut sind. Das bemerkt man auch, wenn man zur Massage geht und beim Durchkneten sämtliche verhärtete Muskeln spürt. Mit dieser Technik kannst du auch ohne Masseur sämtliche Verspannungen lösen. Diese Übung kann man überall machen, auf Arbeit, während der Autofahrt, in der U-Bahn, im Bus oder während dem Kochen.

  1. Bewusstes Laufen

Das klingt erst einmal etwas komisch. Viele werden sich fragen, wie soll ich denn „bewusst laufen?“ Das ist das gleiche wie mit der ersten Technik, auch da tun wir etwas bewusst, das wir eigentlich immer tun. Bei dieser Übung geht es grundsätzlich darum einen Spaziergang zu machen. Am See, im Wald aber auch in der Stadt. Da wo du dich selbst am wohlsten fühlst. Wichtig dabei ist diesen Spaziergang ganz bewusst zu machen und die Umgebung und dich selbst bewusst dabei wahrzunehmen.

Wenn du diese Techniken in deinen Alltag integrierst, mit ihnen in den Tag startest oder ihn beendest, wirst du bemerken wie dein Stresslevel deutlich sinkt und du dich besser auf deine Aufgaben und dein Leben im Hier und Jetzt konzentrieren kannst. Und wenn du dich dadurch glücklicher und ausgeglichener fühlst ist ja schon viel gewonnen.

Das Leben wird weitergehen, auch wenn es anders sein wird. Eins ist gewiss, es wird immer wieder gut!